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Stephanie wollte keine Kinder haben. Niemals.

Stephanie liebt Pferde, Hunde, Katzen, Hasen, Fische. Das Haus, der Garten, die Wiesen sind voll davon. Sie lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem kleinen Dorf am Waldrand, umgeben von Pferdekoppeln. Tief im Wald liegt ein kleiner See. Ihr Lieblingsort. Hier träumt sie davon, einmal Hasenzüchterin zu werden, bis sie eines Tages jäh aus ihrem Traum gerissen wird: Die Eltern lassen sich scheiden.

Das Haus wird verkauft. Stephanie findet sich in einer Sozialwohnung auf dem Lagerplatz in einem anderen Ort wieder.

Die 14jährige Stephanie verliebt sich in den 5 Jahre älteren Michael. Es ist für Stephanie das 1. Mal und obwohl sie mit Kondomen verhüten, passiert das, was sonst nur den anderen passiert. Stephanie wird schwanger. Sie kann es zuerst gar nicht glauben und hofft, dass es sich irgendwie auflösen wird, aber das tut das Embryo nicht. Michael freut sich über Stephanies Schwangerschaft, fühlt sich reif dafür, Vater zu werden. Seine Eltern versprechen ihre Unterstützung. Stephanie beschliesst das Kind in ihrem Bauch zu behalten, obwohl sie keine Kinder haben wollte. Niemals. 

Jason wird geboren. 14 Tage später geht Stephanie wieder zur Schule, schließt die Hauptschule als zweitbeste Schülerin ihres Jahrganges ab und geht weiter zur Realfachschule. Alles läuft super, bis Stephanie herausfindet, dass Michael immer wieder fremdgeht. Auf einmal hat Michael doch das Gefühl, etwas im Leben verpaßt zu haben. Beide versuchen immer wieder, sich zusammen zu raufen - für Baby Jason.

Irgendwann hat Stephanie die Nase voll. Michael und Stephanie trennen sich und nach einiger Zeit lernt sie einen neuen Mann kennen. Als sie ihn mit nach Hause bringen will, gestattet das ihre Mutter nicht. Sie hat Angst, dass Stephanie wieder schwanger wird. Es kommt zum Streit zwischen Mutter und Tochter. Stephanie will mit ihrem Sohn die Wohnung verlassen, aber ihre Mutter nimmt ihr Jason weg. Sie hat das Sorgerecht für Stephanies Sohn. Sie hält ihre Tochter für verantwortungslos.

Für Stephanie beginnt der freie Fall: Sie steht auf der Strasse und weiß nicht wohin. Es ist Winter, minus 12 Grad. Eine Nachbarin erbarmt sich und nimmt sie für drei Wochen auf. Ihren Sohn bekommt sie nicht wieder, sie darf ihn nicht einmal sehen. Sie hat Hausverbot. Nur am Wochenende, wenn er bei seinem Vater und den Schwiegereltern ist, kann sie ihn besuchen. Mit Hilfe des Jugendamtes erkämpft Stephanie sich ein Besuchsrecht für einige Stunden am Tag.

In die Schule traut sie sich nicht mehr. Sie hat schon zu viel versäumt. Manchmal fährt sie hin, bleibt dann aber vor dem Eingang stehen. Alles Zureden ihrer Mitschüler hilft nicht. Stephanie kehrt wieder um.

Sie läuft von Amt zu Amt und versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie hofft, dass ihr Sohn bald wieder bei ihr sein kann. Ihre Hartnäckigkeit hat schließlich Erfolg: Sie findet eine eigene Wohnung und versucht, von 80€ im Monat zu überleben. Sie will das Schuljahr wiederholen und eine Lehre als Bürokauffrau machen.

In der neuen Wohnung hat sie von dem Geld, das sie vom Amt erhält, liebevoll ein Kinderzimmer eingerichtet. Das Spielzeug wartet auf den Tag, an dem Jason hier einziehen darf. Das soll an ihrem 18. Geburtstag sein. Aber ihre Mutter beantragt auch über Stephanies 18. Lebensjahr hinaus die Vormundschaft für Jason. Das Jugendamt entspricht dem nicht, da Stephanie eine gute Mutter ist. Baby Jason darf nun endlich bei seiner Mutter wohnen. Wie wird es dann weitergehen? 

Stephanie träumt von einem kleinen Häuschen am Waldrand. Sie möchte wieder Pferde in Pflege nehmen, einen guten Bürojob haben und ansonsten von der Welt in Ruhe gelassen werden. Aber wird die Welt sie in Ruhe lassen?

STEPHANIE